Zur aktuellen Diskussion nach dem Germanwings-Absturz hat Asmus Finzen einen lesenswerten Beitrag verfasst:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/depressionen-machen-keinen-massenmoerder-13512760.html

 

 

 

Auch auf die nachstehenden Informationen und die Termine weiter unten möchte ich Sie/euch gerne aufmerksam machen. Danke allen, die bei der Erstellung des „Newsletters“ mitwirken. Diese eMail darf an mögliche Interessierte weitergeleitet werden. Falls jemand keine weiteren eMails erhalten mag, bitte ich um eine kurze diesbezügliche Mitteilung.

Alles Gute, freundliche Grüße
Peter Weinmann
Saarbrücker Anlaufstelle für Selbstbestimmt Leben ASL
http://www.yael-elya.de/index.php?spath=417&

Einer von fünf Erwachsenen wird gemobbt, bedroht oder schikaniert. Das zeigen die Zahlen der DEGS-Gesundheitsstudie. Vor allem am Arbeitsplatz kann das dramatische Folgen haben. Zu Hause üben Frauen der Analyse zufolge ähnlich häufig körperliche Gewalt aus wie Männer, berichtet der Spiegel am 27.05.: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/gesundheits-studie-degs-psychische-gewalt-wird-unterschaetzt-a-902046.html

Bevor ein Medikament auf den Markt kommt, wird es ausführlich getestet. Winfried Rief von der Universität Marburg bemängelt aber, dass „Nebenwirkungen sehr stiefmütterlich behandelt“ würden. Das betreffe allein 80 Prozent der Tests von Psychopharmaka. „Nebenwirkungen sollten genauso exakt untersucht werden wie die heilende Wirkung“, urteilt der Psychologe in der naturwissenschaftlichen Fachzeitschrift New Scientist vom 24.05.: http://www.newscientist.de/inhalt/medizin-wie-sicher-sind-medikamententests-an-menschen-a-902067.html

Kann man eine Karriere als Professorin machen und gleichzeitig an Schizophrenie erkrankt sein? Elyn Saks kann. Und nicht nur das: Sie hat einen Bestseller über ihre Erfahrungen geschrieben und ein Institut für Ethik in der Psychiatrie gegründet. „Es ist wichtig, die Patienten zu ermutigen und ihnen nicht gleich zu sagen, dass sie ihre Erwartungen senken müssen“, erklärt Saks den Ärzten, meldet die Zeit am 18.05.: http://www.zeit.de/zeit-wissen/2013/03/schizophrenie-elyn-saks

Heilen mit dem Geist: Hirnforscher entdecken, wie die Seele die Biologie des Körpers verändert und ihm helfen kann, Erkrankungen zu überwinden. Meditieren, Yoga und positives Denken, lange als Esoterik abgetan, erobern die Schulmedizin, titelt der Spiegel am 18.05.:http://www.spiegel.de/spiegel/print/index-2013-21.html

Die katastrophale Veränderung der Psychiatrie führt zu einem gigantischen Anstieg der Verordnungen von Psychopharmaka und letztlich einer Medikalisierung des Lebens, behauptet die Frankfurter Rundschau am 17.05.: http://www.fr-online.de/wissenschaft/diagnose-doc-pharma,1472788,22788266.html

Nach Informationen des Spiegels wurden bis zum Mauerfall in mehr als 50 DDR-Kliniken unter anderem Herzmedikamente und Antidepressiva getestet – oft ohne Wissen der Betroffenen. West-Pharmahersteller gaben demnach bei DDR-Kliniken mehr als 600 Arzneimittelversuche in Auftrag. Dabei kam es zu zahlreichen Todesfällen, auch wurden Tests wegen Nebenwirkungen abgebrochen, veröffentlicht der Spiegel am 16.05.: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pharmaversuche-in-der-ddr-regierung-will-aufklaerung-mitfinanzieren-a-900139.html

Der Psychiater Stanislav Grof erforschte die Effekte bestimmter Atemtechniken und die Bedeutung von Geburtstraumata und vorgeburtlichen Spuren für die Behandlung psychischer Probleme und für persönliches Wachstum. Schließlich begründete er mit Kollegen wie Abraham Maslow, Ronald D. Laing und anderen eine eigene psychologische Schule, berichtet der österreichische Standard am 13.05.: http://derstandard.at/1363710627325/Mit-LSD-zurueck-bis-zur-Geburt

Wer bin ich? Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Gibt es Gott? Was ist der Sinn des Daseins? Wieso das alles? Was kommt nach dem Tod? Sich den spirituellen Dimensionen psychischer Erkrankungen bewusst zu werden – darum ging es Dorothea Galuska und ihrem Mann Joachim, als sie 1990 die Heiligenfeld Kliniken gründeten. Man dürfe diese Krisen nicht ausschließlich mit Medikamenten behandeln, sagt Dorothea Galuska. Darin schwingt eine Kritik an herkömmlichen psychiatrischen Methoden mit, veröffentlicht der Deutschlandfunk am 11.05.:http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/religionen/2103807/

Schaden und Nutzen der Psychiatrie: Ich habe mich nicht verrückt gefühlt, aber eine Fehldiagnose ist schwer zu beweisen. Was normal und was krank ist, lässt sich nicht messen. Was mit mir passierte – die Fixierung, die Psychopharmaka, die ich per Tropf bekam -, war rechtens. Aber als ich nach vier Monaten entlassen wurde, hatte ich Angstzustände und Depressionen, ich dachte an Suizid. Statt 68 Kilo wog ich 107, wegen der Pillen, steht am 11.05. in der Taz: http://www.taz.de/Schaden-und-Nutzen-der-Psychiatrie/!116040/

Das neue Schweizer Erwachsenenschutzrecht schafft bezüglich der Patientenverfügung eine Sondersituation, wenn eine „Fürsorgerische Unterbringung (FU)“ vorliegt. Dann nämlich muss eine Patientenverfügung zwar berücksichtigt werden, sie ist aber – anders als bei körperlichen Erkrankungen – nicht verbindlich. Der Gesetzgeber wollte offensichtlich verhindern, dass eine Patientenverfügung den Zweck der FU zunichte macht. Dies ist einerseits nachvollziehbar, denn im FU-Fall besteht ja immer dringender medizinischer Handlungsbedarf. Andererseits verursacht diese unterschiedliche rechtliche Behandlung körperlicher und psychischer Störungen Unbehagen, meint die Neue Züricher Zeitung am 11.05.: http://www.nzz.ch/aktuell/zuerich/stadt_region/zwang-in-der-psychiatrie-soll-ausnahme-sein-1.18079229

Auch dank des Marketings von Pharmafirmen ist im öffentlichen Bewusstsein vor allem eine Vorstellung der biologischen Psychiatrie gut verankert – nämlich dass bei Depressionen ein Mangel des Botenstoffs Serotonin vorliege. Antidepressiva könnten diesen Mangel ausgleichen, so wie man bei Diabetes den Insulinmangel kompensiert. Das ist die Theorie. Doch bis zum heutigen Tage bleibt die Psychiatrie den Nachweis dafür schuldig. Die Probleme einer biologisch orientierten Psychiatrie beginnen allerdings schon bei der Diagnose. Psychiatrische Diagnosen beruhen bisher nicht auf objektiven Labortests,  schreibt die Stuttgarter Zeitung am 8.05.: http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.psychologie-kranke-seele-krankes-hirn.0c105c3a-285c-40ed-acd9-5453b52998d1.html

Gestresste Kinder, gestresste Eltern – immer öfter werden schon die ganz Kleinen zum Psychologen geschickt. Und schon jetzt schlagen Experten Alarm: An Pfingsten kommt ein neuer Diagnosekatalog auf den Markt. Ein paar Symptome reichen aus, um als Kind bereits als psychisch krank zu gelten und Psychopharmaka verabreicht zu bekommen. Und diese können für Kinder zu besorgniserregenden Langzeitfolgen führen, meldet der Bayrische Rundfunk am 7.05.: http://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenchen/dossiers-und-mehr/kinder-beim-psychologen100.html

Die Zahl der ADHS-Diagnosen steigt rasant – und mit ihr die Verordnungen von Psychopharmaka. Eine Befragung von spezialisierten US-Ärzten hat jetzt ergeben, dass sich bei der Therapiewahl längst nicht alle an die Leitlinien halten. Anstelle der Verhaltenstherapie probieren viele zunächst Pillen aus, veröffentlicht der Spiegel am 6.05.: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/0,1518,898286,00.html

Seelisches Leid trifft nicht nur Einzelne – es trifft auch deren Familien, Ehen und Beziehungen. Die Systemische Therapie sucht im sozialen Gefüge des psychisch Kranken nach den Wurzeln des Übels. Die Therapiemethode ist weltweit anerkannt. Trotzdem wird sie von den deutschen Kassen nicht bezahlt, meldet der Spiegel am 5.05.: http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/familientherapie-g-ba-prueft-nutzen-der-systemischen-psychotherapie-a-897902.html

Das neue DSM-5 erscheint nicht als Handbuch medizinischen Wissens, sondern als Handbuch medizinischer Macht– eine Macht, die auch im Bereich der Psychiatrie die Hospitäler längst in Unternehmen verwandelt hat. Die einmal von den Patienteninitiativen geforderte Selbstbestimmung gehört heute zu den programmatischen Leistungsanforderungen der Selbstsorge; die Psychiatrie erscheint dabei nicht nur als Integrationsmaschine, sondern auch als Mechanismus der Ausschließung. Die gesellschaftliche Normalität ist längst in den psychiatrischen Betrieb hineingewachsen, schreibt die linke politische Wochenzeitung Jungle World am 2.05.: http://jungle-world.com/artikel/2013/18/47609.html

Wer psychische Probleme hat, landet in Deutschland schnell in der psychiatrischen Klinik. Ganz anders im benachbarten Ausland, wo es mehr ambulante Angebote gibt. „Da wollen wir auch hin“, sagt Andrea Reinartz von der AOK Rheinland. Im Kreis Mettmann wird neuerdings sogar ambulante Soforthilfe angeboten: Ziel ist es, die Kranken in ihrem privaten Umfeld oder auch mal in einer „Krisenpension“ zu betreuen, Krankenhaus-Aufenthalte zu reduzieren und Rückfälle möglichst zu vermeiden, schreibt die Rheinische Post am 1.05.: http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/hilden/nachrichten/netzwerk-hilft-psychisch-kranken-krisenpension-statt-psychiatrie-1.3368482

Wie Selbsthilfe SeelenLaute Saar, die saarländische Landesorganisation kultureller Selbsthilfe Psychiatrieerfahrener mitteilt, ist die neue „SeelenLaute“ Nr. 7 zum 25. April 2013 erschienen und wird im ganzen Saarland verteilt, meldet Art-Transmitter am 27.04.: http://www.art-transmitter.de/index.php?tp=20&newsid=835&suche=Seelenlaute

Regelungen an medizinischen Fakultäten, die Pharmageschenke an die Studierenden begrenzen, beeinflussen das Verschreibungsverhalten der späteren Ärzte: Sie sind bei Verordnungen zurückhaltender. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler um Marissa King von der Yale University School of Management, New Haven, im British Medical Journal, meldet das Ärzteblatt bereits am 31.01.: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/53270/Wie-Pharmageschenke-im-Studium-spaetere-Verschreibungen-beeinflussen

Und aktuelle Informationen des Bundesverbands Psychiatrie-Erfahrener stehen unter http://www.bpe-online.de/1/aktuelles.htm

Auf diese Veranstaltungen und Termine, die mit Beteiligung bzw. Unterstützung der ASL stattfinden, möchte ich Sie/euch gerne hinweisen:

„Himmel und Hölle“: 5. Saarländischer kultureller Selbsthilfetag für seelische Gesundheit am Samstag, 8. Juni ab 14 Uhr in Wadern-Morscholz. Mehr Infos unter: http://www.bpe-online.de/1/termine.htm

„Sucht und Substanzabhängigkeit aus Sicht Psychiatrie-Erfahrener“, Fortbildungsveranstaltung der ASL für die Akademie des Saarländischen Schwesterverbands am 10. Juni in Ottweiler/Saar: http://www.schwesternverband.de/akademie/weiterbildung.html

„Schamanismus, Sterben und Tod“: Wochenendseminar der ASL am Samstag/Sonntag, 29./30. Juni in Saarbrücken. Mehr Infos unter http://www.hotfrog.de/Firmen/Peter-Weinmann-Schamanische-Heilweisen-Saarland/Schamanismus-Sterben-und-Tod-Seminar-am-29-30-Juni-2013-in-Saarbr%C3%BCcken-171190

„Offener Informationstreff Seelische Gesundheit“, jeden Dienstag von 17 bis 18 Uhr im Café Kostbar (http://www.cafekostbar.de), Nauwieserstraße 19, Saarbrücken. Der offene Informationstreff wird gefördert von der Knappschaft, der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, der BKK ZF & Partner, der pronova BKK, der IKK Südwest, der Deutschen BKK, der Daimler BKK und der Securvita BKK.

Offene Treffen der Saarbrücker Psychiatrie-Erfahrenen (UPS), jeden ersten Dienstag im Monat um 19 Uhr ebenfalls im Café Kostbar.

Peter Weinmann
Saarbrücker Anlaufstelle für Selbstbestimmt Leben (ASL)
Försterstraße 36
66111 Saarbrücken
Telefon 0681/62641 und 0175/5309894
eMail peterweinmann@gmx.de<mailto:peterweinmann@gmx.de>
Internet http://www.yael-elya.de/ und
http://www.yael-elya.de/index.php?spath=417&
Der monatliche „Newsletter“ mit aktuellen Informationen zu seelischer Gesundheit, Selbsthilfe, Psychiatrie(kritik) und zu den Aktivitäten der ASL – eMail an asl-sb@gmx.de<mailto:asl-sb@gmx.de>

„Wir wussten nicht, dass es unmöglich ist, deshalb haben wir es geschafft!“ (Jean Cocteau)